Wer könnte Interesse daran haben, Ihre Kampagne zu unterstützen und wie erreichen Sie diese Personen?

Es kommt nun darauf an, Menschen von der Notwendigkeit, Tragweite und Aktualität der Sanierung zu überzeugen. Der Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes oder die drohende Einsturzgefahr des Kirchturmes sind nur ein Grund. Menschen wollen teilhaben an dem, was sich innerhalb der Kirchenmauern ereignet. Was geschieht in ihrer Kirche – nach der Sanierung? Diese Kirche, in der die Großeltern geheiratet haben, die Mutter konfirmiert und die Enkelkinder getauft wurden, soll auch für nachfolgende Generationen ein Ort der Ruhe und Besinnung, ein Ort der Gemeinschaft und des (Er)Lebens sein. Vielleicht ändert sich durch die Sanierung auch etwas am Geschehen in der Kirche?

Förderquellen
Spenden, Sponsoring, Zuschüsse können aus verschiedenen Quellen gewonnen werden. Eine kurze Wiederholung: Spenden sind freiwillige Leistungen ohne Gegenleistung. Sponsoring beruht auf Leistung und Gegenleistung und dem liegt in der Regel eine vertragliche Vereinbarung zu Grunde. Spenden erfolgen in der Regel von Privatpersonen, während Unternehmen häufig als Sponsoren aktiv werden. Aber auch Unternehmen können spenden.

Weitere Förderquellen sind zum einen landeskirchliche Mittel und zum anderen Förderstiftungen. Fragen Sie zunächst in der eigenen Landeskirche nach, welche Fördermöglichkeiten es für Ihr Projekt gibt. Dann sollten Sie die Stiftungsrecherche aufnehmen. Bei denkmalgeschützten Kirchen bieten sich die die Stiftung KIBA (www.stiftung-kiba.de) und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an (www.denkmalschutz.de). Unter Umständen ist auch die Aktion Mensch ansprechbar (z.B. barrierefreier Zugang). Die Recherche nach weiteren Stiftung lohnt sich auf jeden Fall: www.stiftungen.org.

Wenn es sich um ein langfristiges Projekt mit hohem Finanzbedarf handelt, stellt sich auch die Frage, ob es ein passendes EU-Förderprogramm gibt. Das Antragsverfahren ist kompliziert und aufwändig, kann aber durchaus große Förderbeträge bringen. Der bzw. die Ansprechpartner/in in Ihrer Landeskirche kann Ihnen hier weiterhelfen.

Eine interessante Zielgruppe sind auch die sog. Serviceclubs: Lions, Rotary, Soeroptimist, Zonta, Kiwani etc. Sie heißen Serviceclubs, weil sie sich Toleranz und Bereitschaft zu Mitwirkung und Dienst für den Nächsten auf die Fahnen geschrieben haben. Mitglieder sind Vertreter möglichst vieler unterschiedlicher Berufe. Dadurch bieten sich jedem Clubmitglied interessante Gesprächspartner aus anderen Berufen.  In welchem Club ist Ihr Pfarrer, Ihre Superintendentin oder Dekanin? Wenn Sie Kontakte in diese Netzwerke haben, sollten Sie diese pflegen und für Ihre Kampagne nutzen.

Zielgruppenbestimmung
Unterstützung von Privatpersonen erhalten sie vor allem dann, wenn diese einen Bezug zu Ihrer Kirche haben, mit Ihnen das Anliegen teilen, wie Ihre Kirche sein soll. Das sind zunächst die Kirchenmitglieder: Sie haben eine Beziehung zu ihrer Gemeinde – und mag sie auch lose sein. Auch ehemalige Mitglieder Ihrer Kirchengemeinde, Menschen die in ihrer Kirche konfirmiert, getraut oder getauft wurden haben einen Bezug zu Ihrer Kirche.

Wer könnte darüber hinaus ansprechbar sein? Und wie können Beziehungen zu diesen Personen aufgebaut werden?

Zwei Aspekte sind relevant für die Unterstützungsbereitschaft: Die persönliche Beziehung und das Interesse am Erfolg. Nehmen Sie sich im Kirchenvorstand einmal die Zeit  für ein Brainstorming. Die persönliche Beziehung trifft auf die Mitglieder der Kirchengemeinde zu.
Am Erfolg interessiert sind beispielsweise auch die Unternehmen, die mit der Kirchengemeinde in wirtschaftlicher Beziehung stehen (Handwerker, Lieferanten, etc.).

Wer könnte darüber hinaus in Frage kommen? Überlegen Sie mal, wen Sie persönlich kennen und wen Sie auch persönlich ansprechen könnten. Denken Sie dabei an ihre persönlichen Kontakte, an Vereinskollegen und –kolleginnen, an Clubmitglieder aus den Serviceclubs.

Kampagnenhelfer
Sie wissen, dass es beim Fundraising nicht nur um Geld geht. Wer sich nicht finanziell beteiligen kann oder möchte, der kann Sie mit seiner Zeit, seinen Kompetenzen oder seinen Kontakten unterstützen. Manche Arbeiten können von helfenden Händen – evtl. unter fachkundiger Anleitung – erledigt werden und damit Kosten einsparen. Wie wäre es darüber hinaus mit ehrenamtlichen „Kampagnenhelfern“ oder „Botschaftern“? Gedacht ist dabei an Menschen, die innerhalb der Kommune das Projekt nach außen vertreten, die darüber Auskunft geben können und die z.B. dafür sorgen, dass in den Geschäften vor Ort stets ihre Flyer ausliegen. Es macht Spaß, aktiv zum Gelingen eines großen Projektes beizutragen und es ist eine große Hilfe. Voraussetzung ist allerdings, dass die Gruppe der Kampagnenhelfer eingebunden ist in die Kommunikation. Wer nicht weiß, welche Aktionen als nächstes anstehen, der kann auch nicht Auskunft darüber geben. Die Lust des Helfers  schwindet und er verliert natürlich auch an Glaubwürdigkeit.

Kampagnenplan
Nun wird es Zeit, aus all den Ideen eine konkrete Planung zu machen. Dabei müssen Sie Ihre Ressourcen im Blick haben. Welche finanziellen Mittel stehen zur Verfügung? Welche Ideen lassen sich mit den vorhandenen personellen Ressourcen umsetzen und wo sind Ihre Grenzen? Schreiben Sie zunächst alle Ideen auf. Es wird sich dann zeigen, ob die personellen Kapazitäten und finanziellen Mittel ausreichen.

Der Kampagnenplan erfasst Zeit, Zielgruppen, Kommunikationskanäle, Aktionen, erwartete Einnahmen, Zuständigkeiten, Kosten und Dauer. Er liegt bei jedem Treffen auf dem Tisch, wird überprüft und ggf. angepasst. Ihr Kampagnenplan könnte in etwa so aussehen:

Die einzelnen Aufgaben zu den Aktionen werden noch einmal gesondert aufgeschrieben. Auch hier bietet sich eine Übersichtstabelle an. In dieser Tabelle wird festgehalten, wer wann welche Aufgaben zu erledigen hat. Wichtige Aufgaben, an die Sie denken sollten, sind: Verbreitung des Werbematerials (Kampagnenhelfer), Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Spenderbeziehungsarbeit.

Die Kampagnenplanung erfolgt nicht statisch. Situationsbedingt können Änderungen erforderlich werden. Wichtig ist, dass nichts vergessen wird und die gesamte Kampagne immer im Blick bleibt.

 

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In der Kolumne des Monats räumt Dirk Buchmann, Fundraising-Beauftragter der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, auf mit dem Gedanken, dass Fundraising etwas mit Betteln zu tun haben könnte.

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