Dass Engagement glücklich macht, zeigt die Kolumne des Monats von Angelika Vasold, Referentin für Fundraising in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

 

Liebe Leserin,
lieber Leser,

Es ist ungefähr drei Jahre her, als bei mir das Telefon klingelt und eine Schülerin aus der 8. Klasse der Waldorfschule sich meldet. Sie muss für die Schule ein Projekt erarbeiten, es soll etwas Soziales sein, und sie braucht Spenden dafür. Ein paar Tage später sitze ich mit der damals 12jährigen Lena in meinem Büro. Sie berichtet mir von einem Waisenhaus in Uganda. Diese Kinder sollen eine gute Schulbildung bekommen, dreimal am Tag essen können und medizinisch versorgt werden. Dafür will sie sich engagieren und Spenden einsammeln. Ich bin beeindruckt von ihrer Idee, wenngleich ich auch zweifele, ob das alles so geht. Wir reden, sie schreibt fleißig mit am Ende geht sie mit reichlich Literatur nach Hause. Lena meint es ernst.

Es dauert nicht lange und ich bekomme ich einen Brief. An ca. 80 Personen aus Familie, Freundeskreis und Bekannte hat Lena einen Spendenbrief geschrieben. Ich spende und prompt kommt ein sehr schön gestalteter Dank zurück. Ab jetzt nimmt alles seinen Lauf. Lena ist beim Weltkindertag, stellt in einer Kirchengemeinde ihr Projekt vor, hat einen Stand auf dem Martinsmarkt, verteilt Spendendosen in umliegenden Geschäften, plant sogar ein Benefizkonzert und nimmt Kontakt zu verschiedenen Medienvertretern auf.

Zusammen mit ihrer Mutter reist sie in den Osterferien nach Uganda zu den Kindern des St. Moses Children‘s Care Centre um einen Scheck in Höhe von 6.458,07 Euro persönlich zu überreichen. Sie will Kindern helfen, in der Schule etwas fürs Leben zu lernen – und sie lernt durch das Projekt etwas für ihr Leben. Eine echte Win-Win Situation.

Das alles ist vier Jahre her und Lena ist inzwischen 17 Jahre. Das Schulprojekt ist längst abgeschlossen, aber Lena ist dabei geblieben. Inzwischen hat sie mehr als 20.000 Euro an Spenden eingesammelt, hat ständig neue Ideen und sogar eine eigene Website. Klickt man die Waldorfschule in Darmstadt an, steht sie mit ihrem Projekt auf Seite eins.

Als die Stiftung „Filippas Engel“ zum zehnten Mal junge, engagierte  Menschen für ihre außergewöhnlichen Taten auszeichnet, ist Lena dabei. Und erst kürzlich erhielt sie eine Einladung in eine Talkrunde „Was mich antreibt“ nach Wiesbaden zur Nacht der Kirchen. Lena, warum machst Du das?  „Es macht mich glücklich, anderen zu helfen“, lautet ihre Antwort.

Ich bin nach wie vor beeindruckt von ihrem Projekt, ihrem unermüdlichen Engagement, ihrem Durchhaltevermögen und ihrem Wunsch, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Und deshalb schreibe ich hier darüber.

Wenn Sie mehr wissen wollen, wenn Sie Lena unterstützen wollen oder sie mal zu einer Veranstaltung einladen, oder ihr einfach etwas Nettes mitteilen wollen, dann hier: www.lenagoesafrica.de/

Ich wünsche allen einen wunderbaren Sommer
Ihre
Angelika Vasold

Referentin für Fundraising
Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
angelika.vasold@ekhn-kv.de
 

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